Tuesday, October 27, 2015

Der Tag, an dem ich aufhörte, meinen Vornamen zu benutzen.

Eigentlich war es mehr ein Prozess. Doch irgendwann beschloss ich, dass ich mich am Telefon nur noch mit meinem Nachnamen melde. Es fühlt sich wie Verrat an, Verrat an meinen Eltern, die diesen Namen so sorgfältig für mich ausgesucht haben. Die dieses Lied im Radio hörten, sich anstrahlten und beschlossen:

"So nennen wir unsere Tochter!"

An sich mag ich meinen Vornamen. Es stört mich nur das letzte "a". Dieses eine überflüssige Ding, wie die Natur mich auch körperlich mit Überflüssigem/Unpassendem ausgestattet hat.

Ich habe Angst davor, es abzulegen, doch gleichzeitig kann ich den Tag kaum erwarten. Ich habe Angst davor, wie alle reagieren werden, doch gleichzeitig ist es mir egal. Ich bin 25 und möchte endlich geboren werden. Jetzt. Ich möchte nicht mehr tagtäglich schauspielern, mich in die Rolle dieser Frau mit dem Namen mit dem "a" am Schluss zwängen. Welch Ironie, dass sogar meine Kollegen dieses "a" teilweise auslassen.

Möglicherweise war es nie für mich bestimmt.

Ich werde diesen Namen zumindest als Erstnamen ablegen und hoffe, dass man mir verzeihen möge. Dass meine Eltern sich nicht gekränkt fühlen, oder sich fühlen, als wäre ihr erstgeborenes Kind mit dem Namen gestorben. Denn ich glaube so wird es sich für sie anfühlen und in mir bricht etwas beim Gedanken daran. Ich möchte schreien, ich möchte rennen, davonlaufen, doch gleichzeitig bin ich bereit mich mir zu stellen, mich dem zu stellen was ich bin. Ich möchte mich verstecken und gleichzeitig greife ich gedanklich zu Schild und Schwert um mich zu wappnen für das was kommt. Ich binde meine Haare zusammen, richte mich auf, halte den Schild vor mich und starre dem Heer entgegen, welches im Dunkel der Dämmerung mit Trommeln und heiseren Stimmen auf mich wartet. Es wird eine lange Schlacht werden.

Doch ich werde Sie neugeborgen, lebendiger denn je, mit neuen Vornamen verlassen. Und sie werden alle mit einem "R" beginnen.

Saturday, October 17, 2015

Requiem for autumn

Hello you sweetest people on earth! Finally it's weekend! I hope your week was fine and nobody made you pissed! I've time now to present you my newest haul:

I'm quite satisfied with all this new stuff, except the nose-ring, which looks absolutely catastrophical on me. This is how one of the pieces looks worn:
How much I paid? It's a secret ;|p. At the end of this entry I'd like to say, that I envy every single person being at the Frankfurt bookfair today - have fun for me Q___Q

Until the next time, my lucky little fellas! Stay positive, well-mooded and relaxed!

Monday, October 12, 2015

There's an eastwind coming...

Hallo zusammen - endlich wieder einmal! Ich wollte in den letzten Monaten oft mal posten, aber es wäre kein schöner Blog-Eintrag geworden, also hab ichs gelassen - man will in einer Welt voller "es geht mir so super"-Blogger schließlich nicht unangenehm auffallen ;|). Ohne mich in die Riege der "es geht mir so schlecht"-Blogger einreihen zu wollen - es gab mehrere Gründe, warum ich nicht gepostet habe.

Nur kurz als Begründung (falls es überhaupt irgendwen interessiert): mein Dad hatte Anfang Juni einen Schlaganfall und die letzten Monate ging ich durch die Hölle. Es fiel mir sehr schwer, mich mit seinem Schicksal abzufinden, mich mit meinem Leben abzufinden, so wie es ist. Ich suchte nach Dingen, die mein Leben sofortig glücklicher machen und scheiterte kläglich, fiel tief, stand wieder auf, krachte erneut zu Boden, rappelte mich wieder auf, wurde erneut hinabgedrückt in ein tiefes Loch, kletterte wieder heraus und - ja. So ging das nun über ein viertel Jahr.

Mein Dad ist jetzt beinahe wieder der Alte - vielleicht noch etwas langsam im Kopf, aber er hat nicht aufgegeben und um sein altes Leben gekämpft.

Meine Kollegin ist nach einem viertel Jahr endlich wieder im Dienst und ich muss nicht mehr zwei Vollzeitplätzen gerecht werden - auch wenn ich das laut meinen Vorgesetzten mit Bravour bestanden habe. Ich weiß nicht, wie ich das gemacht hab, aber ich wurde gelobt und es war mir fast peinlich, so sehr haben sie meine Leistung herausgestellt (natürlich bin ich auch ein kleines bisschen stolz darauf, auch wenn ich wirklich nicht weiß, wofür).

Und auch der drohende Umzug wegen des Studiums meiner Freundin macht mir keine Bauchschmerzen mehr. In den letzten Monaten war sie (für mich mit) so stark, hat mich teilweise halb tragen müssen, weil ich so neben mir stand und ich bin nun davon überzeugt, dass wir alles überstehen werden, was uns vielleicht in einer fremden Stadt erwarten wird. Um sie zu zitieren: "mit dir würde ich sogar in einer Pappschachtel wohnen". Ja, würde ich.

Ich mache seit ca. 2 Monaten nun aktiv 4 x wöchentlich Krafttraining und habe meine Ernährung auf überwiegend Obst und Gemüse umgestellt. Die Waage ist davon noch unbeeindruckt, aber der Spiegel singt (meine Jackets btw auch, musste mir neue kaufen).

Es stehen bei mir auch einige Änderungen an, die mir vorkommen wie Geburtstag, Weihnachten und Silvester gleichzeitig. Die Sache mit meinem Dad hat mir gezeigt, wie schnell ein Leben vorbei sein kann. Wie wenig es einem selbst, einem persönlich bringt, wenn man jedem gerecht werden will, sich für jeden verbiegt, sich nach jedem richtet und das eigene Glück "dem Glück des Gemeinwohls" unterstellt empfindet. Ich finde, es ist an der Zeit für mich, vollkommen glücklich zu werden. Vollkommen zu werden. Deswegen bin ich seit fast einem Monat in Therapie, nächste Woche bin ich bei meinem Arzt zum besprechen der Hormontherapie und eventuell steht auch eine Operation an.
Ich bin nicht länger weiblich und ich forme meinen Körper jetzt so, wie er für mich perfekt ist. Ohne Rundungen, mit Muskeln, ohne Schwabbel, ohne etwas, das ständig im Weg ist und gar nicht zu mir gehört.
Ich habe acht Jahre lang gezögert, diesen Weg zu beschreiten. Doch nun MUSS es sein, denn ich will mein Leben nicht länger in einem weiblichen Körper leben. Ich will endlich ich sein. Ich, Reita, oder Rafal (was lustigerweise "Gott hat geheilt" bedeutet). Und das bin ich, wenn ich endlich ich bin.

Jetzt gibts wieder wöchentlich was von mir! (so fern's was Interessantes zu posten gibt X|D). Bis dann!