Monday, November 12, 2012

Weihnachten


Letztes Jahr um diese Zeit ging es mir beschissen. Weihnachten... ts. Was war schon Weihnachten. Das letzte Weihnachten, dass ich noch zuhause gewohnt habe, ja, schon. Nicht das erste Weihnachten, dass ich Single war. Bis jetzt gab es von 22 Weihnachten nur 4 an denen ich vergeben war. Die anderen Weihnachten... alles Feste, an denen ich niemanden hatte, den ich am 24igsten anrufen konnte. Ihr sagen konnte, wie sehr ich sie liebe, und dass sie das beste Weihnachtsgeschenk aller Zeiten bekommt. Beziehungsweise es schon hat: mein Herz. Niemand da, der dich aus tiefstem Herzen warm von innen zum Leuchten bringt. Als wäre man selbst ein Lebkuchenhaus, in das jemand eine kleine Kerze gestellt hat. Niemand, der das Fest der Liebe mit wirklicher Liebe füllt.
Letztes Weihnachten waren meine Gedanken nicht bei meiner Familie. Sie waren auch nicht bei mir. Sie waren eher verzweifelt damit beschäftigt, aus dem Fest der Liebe ein Fest des aufgesetzten Lächelns und der aufgesetzten Fröhlichkeit zu machen. Ein Fest des Verdrängens. Verdrängens der tiefen Wunde, die heißkalte Herbstsonne in mich gerissen hatte. Ich war nicht ich selbst, hatte sämtlichen Optimismus und Glauben an die Liebe verloren. Dinge, die normal selbstverständlich für mich sind, die mich auszeichnen. Ich bin ein Kämpfer. Weihnachten 2011 war ich ein Toter.

Doch dieses Weihnachten... dieses Weihnachten 2012... ist kein fest der Liebe. Es ist ein buntes, glänzendens, leuchtendes Lichtermeer der Liebe, warm, atemberaubend schön, beruhigend. 
Und ja... genau an der Stelle geht jetzt der Herz-Kopf-Konflikt wieder los. Hört sich in mir drin in etwa so an:
Herz: *zensiert mit Herzchen und Glitzer, ungefähr dieser Ausdruck *__________* *
Kopf: HÖR AUF!!! Du solltest ihr auf keinen Fall sagen/zeigen/sonstwas wie toll sie ist! Schreib es ja nicht, ich warne dich! Du sitzt wieder allein da, ich sags dir! Die merkt doch dann dass sie dich in der Tasche hat - mich zwar nicht, aber dich, das ist schlimm genug, booooah, hörst du mal auf mit dem Gesäusel? Nein? Gut. Ich geh kotzen.
Dieser elendige Konflikt. Und trotzdem muss ichs einfach sagen... dass ich mich dieses Jahr so sehr auf Weihnachten freue, hat einen ganz bestimmten Grund: zierlich, wunderschön, Augen die mal so niedlich und dann wieder so sexy sein können, Lippen zum niederknien, einen Körper der Götter und *euch alle festhalten lass* ich mag sogar ihre Füßchen! Ich hab meine Fußphoebie bei ihr total überwunden. Das grenzt an ein Weihnachtswunder. Oh und ich LIEBE ihre Öhrchen (so niedlich, srsly!). Und ihren Arsch *sabber*. Sie füllt mich so sehr mit Wärme und Freude und Glücklichkeit. Es ist, als hätte sie die Narbe von damals mit Küsschen einfach ungeschehen gemacht. Nur noch ein kleiner, weißer Fleck erinnert an das Schlimme 2011 und das schlimme erste Halbjahr 2012. Ihre Stimme und unsere Blödeleien bringen eine Vertrautheit in mich, welche ich noch nie gekannt habe. Unsere Rituale sind etwas, dass ich nie wieder missen möchte. Ich will nie länger als zwei Wochen ohne ihr kuscheln und ihre Hand schlafen müssen. Ich will nie wieder länger als zwei Wochen alleine duschen oder baden. Ich will nicht alleine für mich Frühstück machen, nicht alleine für mich kochen. Ich will sie mit Küsschen überhäufen, sie mit auf-den-Bauch-prusten und ablecken im Gesicht ärgern. Will sie betrunken sehen und sie am nächsten Tag auslachen. Will ihr die Tür aufhalten beim Einsteigen in mein Auto, wenn ich sie abhole. Will ihre Tüten tragen und unseren Schirm halten, wenn wir einkaufen sind. Will ihr schöne Dinge ermöglichen (Kino, Sushi-Essen, Schwimmen gehen). Ich will sie mit Jacque und meinem ganz eigenen angeborenen Gehirnfehler immer wieder zum Lachen bringen, auch wenn sie sagt ich töte sie damit (ich hoffe doch vor lachen XD). Will ihr meine Jacke geben wenn sie friert und sie hochhalten als Schirmersatz wenn es wieder mal GENAU wenn wir aus der Disko gehen anfängt zu schiffen.

Genau wegen ihr freue ich mich auf Weihnachten. Wir werden zusammen meine Wohnung dekorieren, *ZENSIERT WEIL GEHEIM* was wir schon lang tun wollten, Plätzchen backen, Kinderpunsch trinken, kuscheln bei Kerzenlicht, vielleicht Schlittenfahren gehen. All diese weihnachtlichen Dinge, die Pärchen miteinander machen zur Weihnachtszeit. An der Weihnachten eigentlich nicht mehr wichtig ist. An dem eigentlich nur zählt, dass man jemanden an seiner Seite hat, der einen genau so leuchten lässt wie die Kerzen im Adventskranz, der es warm in einem macht.

Und ich will auf ewig ihre Kerze sein, ihr Feuer, ihr Licht, ihre Wärme, ihr ganz eigenes, helles, warmes Zuhause.