Monday, March 28, 2011

tell my why I don't like mondays

September 2008: Ausbildungsbeginn
November 2009: Nach mehreren Gesprächen mit der Ausbildungsleitung aufgrund meiner schlechten Noten bekomme ich drei Ratschläge: die Prüfung im Mai 2010 mitschreiben/durchfallen/nicht übernommen werden, sofort aufhören oder noch ein Jahr an meine zweijährige Ausbildung anhängen.
Noch am selben Tag nehme ich Urlaub weil ich in der Arbeit niemandem in die Augen sehen kann, alle wissen Bescheid wie schlecht ich bin. Schlechtester Azubi seit langem. Zu Hause versuche ich Lösungen zu finden, denke an Ausbildungsabbruch, an Bewerbung beim Friseur, an einfach alles abbrechen, alles hinwerfen, einfach irgendwo zu sterben.
Dezember 2009: Der Trotzkopf in mir ist erwacht, ich unterschreibe den Nachtrag zum Ausbildungsvertrag beim obersten Chef: Ich bekomme ein Jahr länger Zeit.

Es war schwer, meine Klasse zu verlassen. Mich nichtmal mehr verabschieden zu können, keinem persönlich ein "Viel Glück für die Prüfungen" mitgeben zu können, über die Zeit sehr liebgewonnene Kollegen aus München nicht einmal mehr drücken zu können. Es war schwer nochmal von Null anzufangen. All die schönen Erinnerungen einfach zu vergessen weil sie mich sonst zum Aufgeben gebracht hätte. Ich habe mich selbst resetted, nicht aber mein fachliches Wissen. In den Monaten die kamen habe ich nur eins getan: gelernt. Versucht den Rückstand in meinem Kopf irgendwie wieder aufzuarbeiten. Ich bekam den Unterricht nochmal - in völlig fremden Klassen, mit völlig fremden Zimmerkolleginnen. Es war schwierig sich darauf einzulassen aber auch hier entstanden viele sehr gute Freundschaften. Zwar wird keine Klasse jemals an meine erste herankommen... aber es war trotzdem okay. Ich hatte gelernt mich mit einem "okay" zufriedenzugeben.

22.02.2010: Auf meiner Krankengeld-Klausur steht eine 2, die Punktezahl ist über dem Klassenschnitt, der oberste Chef hat mir ein "Respekt!" drübergeschrieben. Spätestens jetzt weiß ich, dass meine Entscheidung zu verlängern richtig war.

Meine Leistungen stiegen weiterhin - sowohl in der fachlichen als auch in der praktischen Ausbildung. Ich schaffe es wieder Spaß an meinem Beruf zu finden, wieder auch in der Arbeit zu lachen.

Januar 2011: Es geht auf die Prüfungen zu, der oberste Chef fragt mich nach meinen Versetzungs-Wünschen nach der Ausbildung. Ich sage ihm, dass ich gerne in einen bestimmten Bereich möchte, er lächelt und meint es wäre möglich. Ich bin guter Dinge, da ich momentan gerade genau in diesem Bereich bin. Die nächsten Monate arbeite ich mich beinahe auf, versuche es jedem Recht zu machen, immer gut zu sein, immer perfekt - damit der Chef meines Wunschbereichs mich haben will.

26.03.2011: Ich komme nicht in den Bereich, sagen mir meine Mit-Prüfungskollegen aus der Arbeit. Zwei andre kommen dort hin.

28.03.2011: Der Chef des andren Bereichs teilt mich und meine 3 Kolleginnen dort in Teams ein. Es gibt aber Probleme damit weswegen ich anbiete und mit jemandem zu tauschen. Er meinte er würde sehen, was sich machen lässt... aber was ich genau raushörte war eines: Die wollen mich in dem andren Team nicht. Weil sie denken dass ich schlecht bin, weil ich die verkürzte Ausbildung nicht geschafft habe. Weil sie denken ich würde nichts können. Letztendlich komme ich jetzt in dieses Team (nachdem ich eh nicht in meinen Lieblingsbereich komme ist es mir eh egal), der Chef des Bereichs hat mir Hilfe zugesichert sollte ich welche brauchen. Ich hoffe ich brauche sie nicht.

Es scheint mein Schicksal zu sein dass in meinem Leben nie etwas "normal" läuft, dass ich immer erst über Umwege zu einem vergleichbaren Ziel komme und dann damit leben muss das beste daraus zu machen. Ich will nicht dass mir aus meiner Vergangenheit ein Strick gedreht wird. Ich habe gekämpft und gewonnen, meine Noten sind jetzt sogar oftmals besser als die der restlichen Azubis. Trotzdem... wenn ich das wieder so höre ist das, was ich mir erarbeitet habe... nichts. Ich fühle mich wirklich dumm. Einfach nur dumm. Mit mir kann mans ja machen, mir erst einen Bereich zusichern und dann doch jemand andren hinversetzen. Da ist Bitterkeit in mir, mittlerweile Zweifel daran ob ich dumme Sau so etwas wie die Prüfungen überhaupt schaffe. Die Motivation zu lernen ist weg, der Druck wird immer größer.

Was mich momentan am Leben hält? Folgende Gedanken:
- andere haben nichtmal eine Ausbildung, sei froh
- andere werden nach der Ausbildung nicht mal übernommen, sei froh
- du kannst schon sehr viel an Stoff, Wirtschaftslehre sitzt zum Großteil, beim Rest fehlt nur noch der Feinschliff und ein paar Sachen nochmal widerholen - setz dich nicht so unter Druck.
- du BRAUCHST diese beschissene Prüfung für das, was du am meisten liebst in deinem Leben. Ohne diese Prüfung gibt es für dich keine Zukunft.
- es gibt Kollegen die hinter dir stehen, notfalls musst du kämpfen wie dus schon immer getan hast. Das Leben ist kein Ponyhof.

Dieser Blog-Eintrag soll kein emohaftes rumgejammere und kein fishing-for-mitleid sein, denn das kann ich nich brauchen und hilft mir nicht im Geringsten weiter. Ich will nur dass verstanden wird, warum ich zur Zeit bin, wie ich bin. Gomen.

Tuesday, March 22, 2011

weil es ein wunderschöner Song ist...

...der allen, die jemals jemanden verloren haben oder dabei waren als ein Leben erlosch aus der Seele spricht.


Wir gingen durch den Eingang
Wir hörten dich vom Flur rufen
Und fanden dich im Schlafzimmer
Du hast überhaupt nicht geatmet
Ich habe deinen Körper in den Keller gebracht
In dem wir lagen
Das Wachs schmilzt weg
Ich küsse dein Gesicht
Jetzt fangen wir an, dich mehr zu lieben
Dein Körper ist auf der Leinwand
Die ich auf den Boden gezeichnet habe
Warte
So wie eine Droge
So wie die Veränderung in dem Schmerz
Es hält an für so lange
Und oh wie es schmerzt im schlimmsten Fall
Jetzt weil du weg bist
Es ist so falsch
Es ist so falsch
Wenn ich dich irgendwo hin bringen könnte
Würde ich dich zum dunkelsten Ort bringen
Dich in Kunstformen streuen
Die ganze Schönheit auf verschiedene Weisen betrachten
Deine Hände auf Bilderrahmen
Deine Augen im Glas
Wo dein Gesicht wie eine Maske
Jetzt fangen sie an, dich mehr zu lieben
Eine Galerie deiner Schönheit
Keine Aufsicht an der Tür
Warte
So wie eine Droge
So wie die Veränderung in dem Schmerz
Es hält an für so lange
Und oh wie es schmerzt im schlimmsten Fall
Jetzt weil du weg bist
Es ist so falsch
Es ist so falsch
Und unten drunter
Sind deine Venen trocken geworden
Deine leeren Augen
Ich habe die Kontrolle verloren
Dein Gesicht ist blass
Dein Körper Ist kalt
Es ist so falsch...

Escape The Fate - Cellar Door

Monday, March 21, 2011

Regen.


Wenn der Regen auf deine Haut prasselt. Wenn du jeden Tropfen auf deinem Kopf fühlst, wie das Wasser langsam deine Wangen hinabläuft als wollte es dich streicheln, dich trösten, sagen "es wird schon wieder". Wenn die Luft sauber riecht, wie frisch gewaschen, wenn du in jedem Tropfen nasse Bäume, Straßen und Erde schmeckst. Wenn sich der Regen langsam den Weg hinab zu deinen Lippen bahnt, dich sanft küsst, du einfach nur die Augen schließt, spürst wie nass und schwer deine Wimpern sind, wie kleine Tropfen davon herabfallen und deine Lider wieder leichter werden. Du hörst den Regen in den Bäumen, das Rauschen, dass dadurch entsteht wenn sich die Nässe vom grauen Himmel von Blatt zu Blatt hangelt um irgendwann am Boden zu landen und darin zu versickern. Auch das hörst du, das Gluckern des kleinen Regenrinnsals dass die Straße entlangläuft um im Gulli zu verschwinden. Deine Schultern werden langsam schwerer vom Wasser dass auf dich prasselt, sie sinken immer tiefer, dein Kopf senkt sich, die Haare fallen nach vorne und der Regen bahnt sich in kleinen Punkten und Flüssen den Weg deinen Nacken hinab in dein Oberteil. Wenn du die Augen öffnest siehst du die Straße vor dir, dunkelgrau vor Nässe mit kleinen Bächen darin die dir - immer wieder gebrochen vom Regen - den trostlosen Himmel über dir zeigen, hin und wieder auch den groben Umriss deines Gesichts oder das was du dafür hältst. Die Tropfen fallen in die kleinen Bäche auf dem Asphalt, hinterlassen hin und wieder kleine Blasen die mit dem Rest des nassen Himmels wegfließen. Du siehst ihnen nach wie sie platzen, wartest auf neue Blasen, siehst den Tropfen beim Fallen und im Wasser aufprallen zu.

Ich liebe den Regen.

Thursday, March 17, 2011

the beauty and the beast

Manchmal liegen Glück und Trauer sehr nahe beieinander. So wie am vergangenen Wochenende. Nach langer Zeit ging es wieder in den Süden zu meiner Freundin, vorher hatte ich Seminar und war quasi von der Außenwelt abgeschnitten. Ich komme an und erfahre erstmal: Unglück in Japan, Erdbeben, Tsunami. Es war keine Angst da, keine Sorge - so wie ich eben bin. Erst fallen, dann weinen.
So verging der Freitag also eigentlich schön. Endlich wieder Nähe, endlich wieder SIE im Arm, endlich wieder sie riechen, hören, schmecken - ich habe sie wirklich vermisst. In gemütlicher Runde mit ihren Eltern und ihrer Tante am Tisch sitzen und reden, ihre Hand dabei in meiner... so etwas nennt man Glück. Trotz unendlicher Müdigkeit blieb ich wach - für sie. Um drei Uhr nachts noch "Brötchen" gebacken und danach einfach nur tot ins Bett gesunken, mit ihr im Arm eingeschlafen. Glück pur.

Der Samstag begann dann übel. Es macht hilflos zusehen zu müssen wie die Freundin sich im Bett windet, die Augen flackern, der Atem nur ganz flach geht, sie sich den Bauch hält. Und du kannst nichts machen außer aus dem was da ist etwas zu machen. Also erstmal Wärmflasche gemacht (zehn Stunden gebraucht bis ich das Prinzip ihres Wasserkochers verstanden hab U///u), ihr Schmerztabletten und Wasser gereicht und gehofft dass es irgendwie besser wird. Aber nichts. Keine Veränderung und die Panik in mir wuchs. Schließlich der letzte Weg: Flucht nach vorne. Kippen gepackt weil ich nicht in ihrer Wohnung rauchen wollte, Geld gepackt und auf zu Netto, Entspannungstee und Multivit gekauft, wieder zurück - und sie schlief. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Leise das Lernzeug hergepackt und gelernt, sie schlafen gelassen. 
"Schatz?" 
Noch immer habe ich den Klang ihres Rufs in meinem Ohr. Ich dachte ich dürfte ihn nie wieder hören. Sie war wach, ihr gings besser und nach Multivit und Tee machten wir uns fertig und auf gings in die Stadt. Das Que tal ist von den Cocktails her MEGA. Für 6 Euro kriegt man hier einen Doubledecker - wahnsinn! Nur leider ist die Ausgestaltung des Lokals und die Musik scheiße. Was wohl dafür sorgt dass die Gäste wegbleiben - oder eher ältere Kundschaft kommt. Oder ihr Bauchweh. Das war auf einmal wieder da, als ab nach Hause! Mit nem Sub in der Fresse zu "Aoi" (dem pupsblauen Auto von Haku *g*) und dann heim. Zu Hause ihr erstmal Tee gemacht und dann zusammen gelernt. Auch wahnsinnig harmonisch... so könnte es immer sein. Dass ich einkaufen geh, wir zusammen lernen. Wo ist mir egal. Hauptsache mit ihr. Irendwann hats dann doch gereicht mit Lernen und wir sind ins Bett, kuscheln... wobei mich der Schlaf aber eiskalt übermannt hat und ich verwirrt um zwei Uhr nachts aufgewacht bin als sexy Ruha den Rollo runtergemacht hat... das war bestimmt ein Bild für die Götter: verpenntes, verwirrtes Reita mitten in der Nacht.

Sonntag... aufwachen mit der Gewissheit: Heute muss ich wieder weg. Kurz überlegt ob ich nicht einfach noch Montag bleib und blau mach... aber da stand das Gewissen im Weg. Trotzdem waren wir am Sonntag nach dem Duschen noch produktiv:
Danach dann: schnell weg. Sonst wäre ich einfach geblieben, Gewissen hin oder her. Die Fahrt war dann auch Horror, es wurde Nacht, das Navi hat geblendet, der Rücken hat geschmerzt und das Bett rief so laut dass es fast das Dröhnen des Motors übertönte.

Zu Hause erwartete mich dann das Grauen.
Wasser hoch wie Berge, dass auf dich zurast und alles wegschwemmt was du je besessen hast. Möbel, Erinnerungen... Familie. In den Erdbebenregionen wie von geisterhand durch die Räume rutschende Wohnungseinrichtung, fallende Sachen, berstende Fenster, das Knarzen des Hauses, vor dem Fenster hin und herschwingende Hochhäuser. Wie ein Baum im Wind. Ich denke man kann sich nicht vorstellen was die Menschen dort durchgemacht haben. Wie viel Angst, wie viel Leid, wie viel Panik, wie viel rasende Herzen, wie viele Tränen, wie viele "warum ich?"-Gedanken... und doch...
Hoffnung. Ich wünsche allen Menschen in Japan, dass sie nie aufhören zu hoffen. Zu hoffen, die Oma wiederzufinden. Zu hoffen, wieder in den Armen ihres Liebsten zu liegen. Zu hoffen die Tochter wieder ganz fest an ihr Herz drücken zu können. Manchmal wenn man nur fest genug glaubt geschieht ein Wunder. Ich wünsche den Menschen sich nicht von ihrer Verzweiflung wahnsinnig machen zu lassen.
Auch wenn es schwer ist wenn man vor den Trümmern seines Lebens steht. Auch wenn es schwer ist wenn rings um einen herum die Kernkraftwerke am explodieren sind. Auch wenn der Gedanke "wie geht es jetzt weiter?" wohl momentan gegenwärtiger ist als der Gedanke an Essen.
Und ich hoffe mit ihnen.

______________________________________________________________________________________________________________

Thursday, March 3, 2011

The last throes of love?
The last heartbeats just for you?
The last time my face smiles when you're showing me something?
The last time I feel so much love that my heart almost bursts?
The last time... I'm missing someone that much?

I fear the future.